Ritterkreuzträger

Hauptmann
Langbehn, Joachim
Ritterkreuz am:
24.03.1943
(mehr Details...)

Aktuelles

» Forum (28.11.17)
von Eichel-Streiber... (mehr)
» Datenbank (15.07.17)
Mertens, Ewald... (mehr)

Datenbank durchsuchen

Name:  
 
[Erweiterte Suche]

Statistik


Besucher
Seit 01.01.2000: 3202000
Heute:3776
Linkeinträge: 215
Forumbeiträge: 711
Bücher: 38

    Ritterkreuze für Divisionskommandeure



Ritterkreuze für Divisionskommandeure

Das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes wurde während des Zweiten Weltkrieges etwa 7300 mal an Angehörige der deutschen Wehrmacht verliehen. Betrachtet man die Namenslisten etwas genauer, so stellt man fest, dass 307 von ihnen als Divisionskommandeur diese hohe Kriegsauszeichnung erhalten haben Der Fachkundige wird bei diesem Personenkreis viele gut bekannte Namen wiederfinden. Soldaten die sich während, und auch nach dem Kriege, großer Beliebtheit erfreuten, oder aufgrund hervorragender militärischer Leistungen auch beim damaligen Gegner bekannt wurden. Angehörige der Bundeswehr, Namensgeber von Bundeswehrkasernen, Opfer des 20.Juli, Träger höchster militärischer Tapferkeitsauszeichnungen und Inhaber höchster militärischer Dienstgrade sind unter ihnen zu finden.
Mit in dieser Aufstellung enthalten sind auch Ritterkreuzträger, die später in einer anderen Funktion noch eine höhere Stufe dieses Ordens (Eichenlaub, Schwerter oder Brillanten) erhielten. Nicht enthalten sind dagegen Kommandeure von Einheiten, die aufgrund ihrer Zusammenstellung sicherlich das Kräftepotential einer Division besaßen.
Ebenfalls nicht mit einbezogen sind Divisionskommandeure, die in dieser Funktion eine höhere Stufe verliehen bekommen haben, bei der Ritterkreuzverleihung aber noch Regimentskommandeur, Brigadekommandeur o. ä. waren.
Die Verleihung von Eichenlaub, Schwertern und Brillanten an Divisionskommandeure macht eine hohe Zahl aus. Grund genug, um für diesen Personenkreis eine weitere Zusammenfassung zu erstellen.

Bis auf drei Ausnahmen (Oberst Walter Ritter v. Stettner, Kdr 1.Geb.Div., Oberst Willifrank Ochsner, Kdr 31.Inf.Div., und Oberführer Nikolaus Heilmann, Kdr. 15.Waffen-Gren.Div. der SS) waren alle mit dem Ritterkreuz ausgezeichnete Divisionskommandeure im Generalsrang.

 

 Verleihungsdienstgrade nach Teilstreitkraft

  Heer Luftwaffe Waffen-SS Gesamt
Oberst 2     2
Oberführer   1 1
Generalmajor 103 11   114
Brigadeführer     6 6
Generalleutnant 169 10   179
Gruppenführer     4 4
Obergruppenführer     1 1
Summe 274 21 13 307

 Die ersten vier Ritterkreuzverleihungen an Divisionskommandeure erfolgten am 27.Oktober 1939. Es waren dies im einzelnen:
General der Gebirgstruppe Ludwig Kübler, * 2.9.1889, +18.8.1947, ab 1908 in Bayerischer Armee und Reichswehr, am 1.Oktober 1938 Generalmajor, vom 1.April 1938 bis Oktober 1940 Kommandeur der 1.Gebirgsdivision. Eine Bundeswehr-Kaserne in Mittenwald wurde nach ihm benannt.
Generaloberst Hans-Georg Reinhardt; * 1.3.1887, +24.11.1963, zu Ende des Ersten Weltkrieges Hauptmann i. G. und Ia der 192.InfDiv, 1937 Generalmajor, am 1.Oktober 1939 Generalleutnant, RK als Kommandeur der 4. PzDiv, als General der Panzertruppe und Befehlshaber der Panzergruppe 3 am 17.Februar 1942 das 73.Eichenlaub, als Generaloberst und Oberbefehlshaber 3.Panzer-Armee am 26.Mai 1944 die 68.Schwerter.
General der Infanterie Kurt v. Briesen; * 3.5.1883, 1938 Generalmajor und Kommandeur der 30. InfDiv, in dieser Funktion erhielt er auch das Ritterkreuz. Als Kommandierender General des LII.Armeekorps am 20.November 1941 in Russland gefallen. In Flensburg wurde eine Kaserne nach ihm benannt.
General der Infanterie Friedrich Olbricht; * 4.10.1888, 1937 Generalmajor, 1.Januar 1939 Generalleutnant, RK als Kommandeur der 24.InfDiv. Stellte den Alarmplan "Walküre" auf und wurde an Anordnung von Generaloberst Fromm am 20.Jui 1944 hingerichtet.

Die letzte RK-Verleihung an einen Divisionskommandeur erfolgte am 10.Mai 1945 an den Kommandeur der Festungsdivision Kreta, Generalmajor Hans Georg Benthack; *2.3.1894; +17.8.1973, 1.Dezember 1944 Generalmajor, ab Januar 1945 Kommandeur der Festungsdivision Kreta.

65 Divisionskommandeure sind gefallen oder haben in Verbindung mit dem Krieg auf andere Weise den Tod gefunden. Wobei acht gefallene Kommandeure das Ritterkreuz posthum verliehen wurde.

 

Gefallene Kommandeure und Ritterkreuz posthum

    RK am:  Gefallen
Generalleutnant Ernst Haccius 02.04.43 10.02.43
Generalleutnant Heinz Hellmich 02.09.44 17.06.44
Generalleutnant Hans Kamecke 27.10.43 16.10.43
Generalleutnant Otto Lancelle 27.07.41 03.07.41
Generalleutnant Heinrich Recke 04.09.43 18.08.43
Generalleutnant Siegfried Rein 24.02.45 18.01.45
Generalleutnant Richard-Heinrich v. Reuß 24.01.42 22.12.42
Generalleutnant Walter Schilling 28.07.43 21.07.43

Die Geburtsjahrgänge umfassen die Zeitspanne von 1876 (General der Artillerie Theodor Endres; * 25.9.1876) bis 1905 (Brigadeführer Franz Augsberger; * 10.10.1905).

Den Schwerpunkt bilden die Jahrgänge 1887 bis 1898, angeführt vom Geburtsjahr 1891.

 

Geburtsjahrgänge

1876 1 1886 9 1895 24
1877 1 1887 14 1896 13
1878 2 1888 19 1867 12
1880 1 1889 28 1898 12
1881 1 1890 27 1899 8
1882 1 1891 31 1902 1
1883 6 1892 26 1903 2
1884 6 1893 21 1904 3
1885 7 1894 30 1905 1

Aus der Reihe der hier erfassten Soldaten treten drei besonders hervor. Bis zum Kriegsende erreichten sie den höchsten militärischen Dienstgrad der Wehrmacht. Es handelt sich um die Generalfeldmarschälle Erwin Rommel, Walter Model und Ferdinand Schörner. 13 weitere wurden bis Kriegsende noch Generaloberst bzw. Oberstgruppenführer.
Eine besondere Ausnahme unter ihnen ist General der Nachrichtentruppe Albert Praun. Der am 11.Dezember 1894 Geborene war der einzige Ritterkreuzträger und einer von zweien, denen dieser Dienstgrad verliehen wurde. Der zweite, dem im Laufe des letzten Krieges dieser Dienstgrad verliehen wurde, war Erich Fellgiebel. Praun wurde am 27.Oktober 1943 als Generalleutnant und Kommandeur der 129.InfDiv mit dem Ritterkreuz ausgezeichnet. Er verstarb am 3.März 1975.

 

Die letzten erreichten Dienstgrade

   Heer Luftwaffe Waffen-SS Gesamt
Brigadeführer     4 4
Generalmajor 14 5   19
Gruppenführer     2 2
Generalleutnant 133 10   143
Obergruppenführer     5 5
General der Artillerie 29     29
General der Flakartillerie   2   2
General der Flieger   3   3
General der Gebirgstruppe 6     6
General der Infanterie 53     53
General der Kavallerie 4     4
General der Nachrichtentruppe 1     1
General der Panzertruppe 19     19
General der Pioniere 1     1
Oberstgruppenführer     1 1
Generaloberst  11 1 12
Generalfeldmarschall 3 3
Gesamt 274 21 12 307
 

Besonders erwähnenswert scheint, dass aus diesem Kreise eine große Anzahl von Trägern der höheren Stufen hervorgingen. An 79 von ihnen wurde später das Eichenlaub zum Ritterkreuz verliehen. Von diesen erhielten 15 die Schwerter, und davon noch vier weitere die Brillanten. Abgesehen von Oberst Hans-Ulrich Rudel als einzigem Träger des Goldenen Eichenlaubs mit Schwertern und Brillanten zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes, waren also vier ehemalige Divisionskommandeure Träger der höchsten Tapferkeitsauszeichnung der deutschen Wehrmacht. Die Träger des Eichenlaubes mit Schwertern und Brillanten zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes waren die Generalfeldmarschälle Rommel, Model und Schörner sowie der Generaloberst Hans Valentin Hube. 
Stellvertretend für alle, soll hier auf einige näher eingegangen werden. 
General der Panzertruppe Ludwig Crüwell: Der am 20.März 1892 Geborene erhielt als Generalmajor und Kommandeur der 11.PzDiv am 14.Mai 1941 das Ritterkreuz, und nur vier Monate später als Generalleutnant in gleicher Funktion und erster Divisionskommandeur des Heeres das 34.Eichenlaub zum Ritterkreuz am 1.September 1941. Anschließend wurde er Kommandierender General des Deutschen Afrikakorps. Im Mai 1942 geriet er in Gefangenschaft, aus der er 1947 zurückkehrte. Er starb am 25.September 1958. 
General der Panzertruppe Walther K. Nehring: Am 15.August 1892 geboren, erhielt er als Generalmajor und Kommandeur der 18.PzDiv das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes. Am 1.Februar 1942 zum Generalleutnant befördert, führte er das Deutsche Afrika Korps bei der Eroberung von Tobruk und wurde dafür zum General der Panzertruppe befördert. Als Kommandierender General des XXIV.Armeekorps wurde er am 8.Februar 1944 mit dem 383.Eichenlaub, und am 22.Januar 1945 mit den 124.Schwertern ausgezeichnet. General der Panzertruppe Walther K. Nehring verstarb am 20.April 1983. 
Generaloberst Eduard Dietl: Am 21.Juli 1890 geboren, zog er 1939 als Generalmajor und Kommandeur der 3.Geb.Div in den Polenfeldzug. Am 9.Mai 1940 erheilt er als Generalleutnant das Ritterkreuz und am 19.Juli 1940 als erster Soldat der deutschen Wehrmacht das Eichenlaub zum Ritterkreuz. Am 1.Juli 1944 wurden ihm als Generaloberst und Oberbefehlshaber der 20.Gebirgsarmee die 20.Schwerter posthum verliehen. Er starb bei einem Flugzeugabsturz am 23.Juni 1944. 
Oberstgruppenführer und Generaloberst der Waffen-SS Paul Hausser: Der am 7.Oktober 1880 Geboren war der erste Divisionskommandeur der Waffen-SS, dem das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen wurde. Er erhielt es am 8.August 1941 als Gruppenführer und Kommandeur des SS-Div "Reich". Am 28.Juli 1943 wurden dem Obergruppenführer und Kommandierendem General des SS-Panzerkorps als 261.Soldaten der Wehrmacht das Eichenlaub verliehen. Mittlerweile zum Oberstgruppenführer und Generaloberst der Waffen-SS befördert, erhielt Hausser als Oberbefehlshaber der 7.Armee am 26.August 1944 die 90.Schwerter. Er verstarb am 21.Dezember 1972. 

Dass nicht nur die Leistungen der Divisionskommandeure für eine Ritterkreuzverleihung maßgebend waren, erklärt sich schon aus der Tatsache, dass sich mehrere Kommandeure mit gleichen Divisionen das Ritterkreuz verdienten. Alle Einheiten im einzelnen aufzuführen, würde sicherlich den Rahmen sprengen. Einige sollen aber doch genannt werden.

 

Verleihung als Kommandeur

11.InfDiv Ritterkreuz  Gen.Lt. Herbert v. Böckmann 04.12.41
    Gen.Maj. Siegfried Thomaschki 01.11.42
    Gen.Lt. Karl Burdach 23.02.44
    Gen.Lt. Gerhard Feyerabend 05.04.45
  Eichenlaub Gen.Lt. Siegfried Thomaschki 11.09.43
121.InfDiv Ritterkreuz Gen.Maj. Otto Lancelle 27.07.41
    Gen.Maj. Martin Wandel 23.11.41
    Gen.Lt. Helmut Prieß 07.03.44
    Gen.Maj. Werner Ranck 02.03.45
36.InfDiv Ritterkreuz Gen.Lt. Georg Lindemann 05.08.40
    Gen.Lt. Otto-Ernst Ottenbacher 13.08.41
    Gen.Maj. Hans Gollnick 21.11.42
    Gen.Maj. Rudolf Stegmann 20.01.44
  Eichenlaub Gen.Lt. Hans Gollnick 24.08.43
61.InfDiv Ritterkreuz Gen.Lt. Siegfried Haenicke 17.09.41
    Gen.Lt. Werner Hühner 18.04.43
    Gen.Lt. Günther Krappe 11.04.44
    Gen.Lt. Rudolf Sperl 10.02.45

Auch nach dem Kriege sind noch einmal sechs Generäle aus diesem Personenkreis militärisch in Erscheinung getreten. Einer von ihnen ist bis zum höchsten militärischen Dienstgrad der Bundeswehr, zum "Vier-Sterne-General" aufgestiegen.

 

 In der Bundeswehr

  Bundeswehr In der Wehrmacht zuletzt
General Josef Kammhuber General der Flieger
Generalmajor Kurt Frhr. v. Liebenstein Generalleutnant
Generalleutnant Gerhard Matzky General der Infanterie
Generalleutnant Max-Josef Pemsel Generalleutnant
Generalmajor Dipl.Ing. Richard Schimpf Generalleutnant
Generalmajor Curt Siewert Generalmajor
 

Weitere Namensgeber von Bundeswehr-Kasernen waren: 
Generalfeldmarschall Erwin Rommel, Generalleutnant Hans Graf von Sponeck, Generaloberst Eduard Dietl. 

Vier (Generalfeldmarschall Rommel, Generalfeldmarschall Schörner, Generalleutnant Lancelle und General der Infanterie Haenicke) mit dem Ritterkreuz ausgezeichnete Divisionskommandeure waren auch Träger des Pour le Mérite. 

General der Panzertruppe Wilhelm Ritter von Thoma erhielt am 5.Juli 1916 das Ritterkreuz des bayerischen Militär-Max-Joseph-Ordens. 

Abschließend sei noch erwähnt, dass das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes 497 mal an Generale/Admirale der Wehrmacht verliehen wurde. 304 von ihnen - also weit mehr als die Hälfte - erhielten diese Auszeichnung als Divisionskommandeur, Gemessen an allen Ritterkreuzverleihungen betrug der Anteil an Divisionskommandeure etwa 4,2 Prozent.

Spenden


Der Zeit- und Geldaufwand ist doch erheblich angestiegen und deshalb möchten wir an dieser Stelle auch um etwas Unterstützung bitten. Jeder Euro hilft uns, damit diese Seite wieder AKTUELL und langfristig AKTIV bleiben kann.

Ins Forum einloggen

Name:  
Passwort:  
   

Interessante Links


Deutsche Panzertruppen 1935-1945


Diese Seiten beschäftigen sich mit der Geschichte der deutschen Panzerwaffe im Zweiten Weltkrieg. Der Schwerpunkt liegt auf Gliederung und Organisation der Panzertruppe, auch die Technik wird gestreift. Ein umfangreicher Quellenteil legt den

(zum Link)